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Station: Josefskapelle

Die Vielzahl der heiligen mit Namen Josef gehen auf den Pflegevater Jesu zurück. Josef heißt in der Übersetzung aus dem Hebräischen, der Vermehrer. Er ist der Heilige des schweigenden Gehorsams und der gewissenhaften Pflichterfüllung. Als mächtiger Fürbitter und Helfer in allen Nöten wurde er zum Schutzpatron der ganzen Kirche (seit 1870) wie der einzelnen Familie vor allem auch des werktätigen Volkes.

Die meisten Wallfahrtsorte führen zu Maria, der Mutter Jesu. Was viele Besucher von Marienwallfahrtsorten immer wieder erstaunt, ist die tiefe Frömmigkiet und vertrauensvolle Gläubigkeit, mit der die Menschen hier beten. Das gilt in gleicher Weise für die Dörnschlade, den Marienwallfahrtort des Wendener Landes. Die Dörnschlade befindet sich etwa 10 Minuten von hier in südlicher Richtung. Aber auch viele kleine Kapellchen und Wegkreuze erinnern an die Frömmigkeit der Menschen früherer Zeit in unserer Region, die ihren besonderen Ausdruck auch durch die Ausrichtung von Prozessionen erhält. Die Dörnschlade wurde erstmals im jahr 1414 urkundlich erwähnt, wobei der Ursprung des Gnadenortes im Legendenbereich wahrscheinlich um 1362/64 liegt. Die Kapellchen im Kirchspiel Wenden wurde erst einige hundert Jahr später errichtet. Im Jahr 1847 kam ein neuer Pfarrer nach Wenden, Pfarrer Joseph Schmidt. Mit ihm begann eine rege Bautätigkeit in der Pfarrei. Das Agathakapellchen am Ottfinger Kirchweg wurde errichtet, der Marienbildstock am Brüner Kirchweg und etwas später das Josefskapellchen hier bei Altenhof und der Kreuzberg und Kreuzkapelle auf dem Krähenberg bei Elben.

Die Geschichte dieser Kapelle hängt mit der früheren Przozession zu Fronleichnam zusammen. Deren Weg verlief von der Pfarrkirche in Wenden über diese Josefskapelle zur Dörnschlade. Von dort dann zum hl. Antonius an der Hünsborner Straße, weiter über Weide- und Rübenkamp zur hl. Agatha an der Verbindungsstraße Wenden-Ottfingen, über die Brüner Höhe zum Marienkapellchen. Schließlich entlang dem Hillmicker Kreuz auf dem Rehberg über Möllmicke zurück zur Pfarrkirche. Es darf wohl angenommen werden, dass die Josefskapelle die jüngste im Reigen der Stationen gewesen ist. Auch bei anderen Prozessionen zu kirchlichen Marienfesten führte der Weg von Wenden über die Josefskapelle zur Dörnschlade.

Ihre heutige Gestalt erhielt sie 1958. Sie war unansehnlich geworden und sollte renoviert werden. Die Altenhofer aber packten unter ihrem tatkräftigen Vorsitzenden Eduard Wurm (Rickesen) richtig zu. Sie trugen die alte Kapelle ganz ab und errichteten sie innerhalb weniger Tage von Grund auf neu. Die Maurerarbeiten leistete Anton Reichling. Albert Böhler übernahm das Verputzen, die Holzarbeiten Bernhard Kühn und Alois Jung den Anstrich – sie alle übrigens aus Altenhof. Das die Kapelle auch weiterhin der Pflege bedarf, versteht sich von selbst. Bis zum Jahr 2007 hat dieses Ehrenamt Antonius Schneider und seine Ehefrau Hedwig liebevoll ausgeführt. Heute kümmern sich Bernd Stahl und Thomas Holweg. Dies gilt im übrigen auch für das gegenüberstehende Wegkreuz mit folgender Inschrift:

O Wanderer, wenn du heut an Christus nicht gedacht,
so sei durch dieses Kreuz Erinnerung dir gebracht.

Auch von diesem Kreuz weiß niemand mehr zu sagen, wann und von wem es zuerst hier aufgestellt worden ist. Die Vermutung liegt nahe, dass es von je her als das „Altenhofer Kreuz“ gegolten hat. Und zu den Zeiten, als der Waldbestand in seiner Umgebung noch anders war, haben die Altenhofer Kirchgänger von hier aus wohl zuerst ihre Pfarrkirche sehen können. Der heutige Kreuzesbaum ist am 31.10.1983 errichtet worden.

Quellenangabe:
Buch „Komm und sieh“, Raimund J. Quiter, Höpner Verlag Siegen
„Jubiläumsschrift anl. 600 Jahre Dörnschlade“, Marie-Luise Pfaff, Wenden
Taschenbuch „Dörnschlade“, Pfarramt St. Severin Wenden, Karl Jung, Wenden

Gebet

O heil’ger Josef, du halt’ aus
und gieß’ des Himmels Segen aus
hier über unsrem kleinen Herd,
dass Lieb’ und Eintracht stets sich mehrt,
dass Fried’ und Freude uns begleit’
und Gottesfurcht uns stets zur Seit’;
dass unser Tun die Tugend ziert
und unser Weg zum Himmel führt.
Das ist heut’ unsres Herzens Bitt’:
sei du und bleib’ in unsrer Mitt’!
Dir geb’ ich heut’ mit frohem Blick
den Schlüssel zu des Hauses Glück.
Oh schließe du doch alles aus,
was schaden könnte unserem Haus.
Schließ’ all’ die Meinen und auch mich
in Jesu Herz, das bitt’ ich dich,
dass hier uns jeder Tag vergeht
wie dir im Haus zu Nazareth.

Amen