Die Milchbank

In früherer Zeit lebten die Menschen in unserer Heimat von dem, was sie mit ihrer Hände Arbeit auf dem Feld und in der Landwirtschaft erwirtschafteten. Mit der zunehmenden Industriealisierung im Berbau und vor allem in der Eisenverhüttung im angrenzenden Siegerland konnte unter sehr harten Arbeitsbedingungen ein kleines, aber regelmäßiges Geldeinkommen erzielt werden. Jetzt hatten auch die Einwohner von Altenhof und Girkhausen die Möglichkeit, die Überschüsse aus der Landwirtschaft zu vermarkten. Dies galt insbesondere für die Milchproduktion. An zentraler Stelle wurde an diesem Platz in der Mitte unseres Dorfes eine Rampe aus Holz mit einer Länge von ca. 4,00 Meter und einer Breite von ca. 1,50 Meter aufgestellt, die auf vier Pfosten verankert war. Die Abstellfläche bestand aus ungehobelten Holzbrettern bzw. Bohlen.

Die Milchbank, so wie sie auf dem Foto zu erkennen ist, war geboren.

Alle Bauern des Ortes brachten nun ihre Milch in Metallkannen, die sie zum Lebensunterhalt nicht selbst benötigten, zu dieser Stelle. Regelmäßig einmal am Tag wurden die Milchkannen durch die Milchgenossenschaft aus Geisweid abgeholt und gegen leere Behälter ausgetauscht. Später wurde die Milch direkt vom Fahrzeug aus mit einer Saugvorrichtung aus den Milchkannen entnommen, so dass der Austausch der Behälter entfiel. Die Milchbank war aber auch gleichzeitig Treffpunkt insbesondere für die heranwachsende Jugend. Denn spezielle Jugendtreffs, wie wir sie heute kennen, gab es noch nicht.

Nach und nach verlor die Vollerwerbslandwirtschaft an Bedeutung, so dass viele Haushalte die Landwirtschaft als Nebenerwerbsbetrieb weiterführten. Durch die Entwicklung vielfältiger Berufe und besserer Arbeitsbedingungen wurde auch die Nebenerwerbslandwirtschaft Anfang der siebziger Jahre zunehmend unwirtschaftlicher. Darüberhinaus vergrößerte sich der Wunsch nach neuem Wohnraum und so wurden viele ältere Wohnobjekte abgerissen und durch neue Häuser ersetzt. So verschwand auch die Milchbank Anfang der 1970iger Jahre.